Facebook-Gruppe E-Voting: „Größtmögliche Transparenz und Sicherheit für E-Voting bei ÖH Wahlen“

Hier der Werbetext von Alexander Ceh auf Facebook zur Quellcode-Einsicht – wir haben bereits berichtet („Alibi-Aktion: “Einsicht in den Sourcecode” der ÖH-Wahl„):

Zehn Tage vor Beginn der Möglichkeit der elektronischen Stimmabgabe zu den ÖH-Wahlen 2009 wird am Freitag der nächste Schritt zu größtmöglicher Transparenz und Sicherheit gesetzt.

Wie vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung zugesagt und von zahlreichen Stellen begrüßt, wird die Programmierung – der sogenannte Quell-Code – der österreichischen Internetwahl-Lösung vorgelegt. Diese Vorgangsweise ist international einmalig und Teil des für Österreich ausgearbeiteten Sicherheits- und Qualitätspakets.

Möglichkeit zur Einsicht in den Code haben gemäß § 64 Abs. 7 der Hochschülerinnen- und Hochschülerschaftswahlordnung 2005 die Mitglieder der Wahlkommissionen sowie die Wahlbeobachterinnen und Wahlbeobachter der Wahlkommissionen.

Während der ganztägigen Einsichtnahme, die in den Räumen des Bundesrechenzentrums stattfindet, stehen ihnen neben dem kompletten Quellcode, unter anderem Informationen über die verwendete Kryptographie und die Ausfallsicherheit zur Verfügung. Um ein eingehendes Prüfen des Codes zu ermöglichen, wird die Einsicht durch ein eigenes Computerprogramm unterstützt. Auch die befassten Programmierer, Kryptographen und Techniker stehen vor Ort für Erklärungen zur Verfügung.

Um die Sicherheit der Wahlen zu gewährleisten und gleichzeitig größtmögliche Transparenz zu ermöglichen, haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einsicht zur Verschwiegenheit gegenüber Dritten verpflichtet. Damit konnte das Ziel sichergestellt werden, dass der elektronische Teil der ÖH-Wahlen 2009 nicht nur rechtlich und technisch sondern auch bezüglich der Einbindung der Beteiligten einwandfrei vorbereitet werden konnte.

Nachtrag: Der Text ist von Herrn Ceh einer unzitierten OTS entnommen worden.

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Anmerkung

Die Behauptung „größtmögliche Transparenz und Sicherheit“ finde ich persönlich sehr mutig.

Es stimmt übrigens nicht, dass der „komplette Quellcode“ freigegeben wird (siehe fuzo):

Diese betrifft Wahlserver und -client, aber nicht die Wahladministrationssoftware für die Wahlkommissionen.

Heise.de berichtet ebenfalls:

Der Quellcode umfasst 183.000 Zeilen, ist aber geheim. [..] Selbst ein Programmierexperte, der pro Sekunde eine Zeile Code analysieren könnte, müsste dafür am Freitag mehr als 50 Stunden aufwenden, um den gesamten Code zu lesen. Medienvertreter dürfen von dieser Einsichtnahme auch dann nicht berichten, wenn sie den Code selbst nicht sehen möchten.

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Anhang

Es handelt sich hier um „Quellcodeeinsicht gemäß § 64 Abs. 7 HSWO 2005“ (S. 31)

Die Bundesministerin oder der Bundesminister hat den Mitgliedern, den Beobachterinnen und Beobachtern bei den Wahlkommissionen Einsicht in den Quellcode des Clients und der Wahlserversoftware zu gewähren. Weiters ist auch Einsicht in die Prüfberichte gemäß Abs. 3 zu gewähren.

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3 Antworten zu Facebook-Gruppe E-Voting: „Größtmögliche Transparenz und Sicherheit für E-Voting bei ÖH Wahlen“

  1. Juristisch Interessierter schreibt:

    Das VfGH-Verfahren wird interessant. Das vorhandene Material, insbesondere die Berichte über die Kommunalwahlen in UK und Finnland, sollte locker für eine Aufhebung und Wiederholung der ÖH-Wahl reichen. Falls nicht, die HSWO enthält etliche Verstöße gegen das HSG .. und gegen die Europaratsempfehlung erst recht.

  2. Pingback: Sourcecode-Analyse im BRZ « papierwahl.at – Kritik an E-Voting

  3. Pingback: E-Voting: Gio Hahns Feigenblatt | linksblog.at

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