Probleme bei E-Voting in Belgien

März 3, 2013

Beim neuen E-Voting-System in Belgien kam es zu einigen Problemen verursacht durch den Hersteller Smartmatic:

Rop Gonggrijp beschreibt das Problem in seinem Artikel More on Belgian e-Voting.

As it turns out there’s a real problem with quite a few people unknowingly voting a preference for the candidate whose button (on the second screen), happens to be right where the button for his/her party was on the first screen.

[..]

It turns out PWC (“From the people that certified Diginotar”) did know about these problems after all.

[..]

How many “incidents” does it take for people to realize that the entire e-Voting industry is corrupt and/or incompetent?

Das fragen wir uns leider auch!


2012 in review

Dezember 30, 2012

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 5.900 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 10 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.


The Future of Voting

September 29, 2012

Was das elektronische Abstimmen in den USA angeht, kommt man wohl nur noch mit einer großen Portion Humor weiter (USA-Übersicht bei Daily Kos, neue Sicherheitsprobleme wegen Funktechnologien bei Wahlcomputern erklärt Joel Schectman). Deswegen hier nun der innovativste Vorschlag seit langem, wie man Technik, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit optimal kombinieren kann. :}

Of course, if you decide to vote straight-ticket Republican, you can, alternatively, just hit the large red button right in the center of the machine and move on with your day. [1]

Das Video lässt sich nicht einbetten, aber man kann diesen Link hier klicken: The Future of Voting.

[1] Florida To Experiment With New 600-Lever Voting Machines.

 

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Freier Onlinekurs: Securing Digital Democracy

September 6, 2012

Auf coursera.org ist diese Woche ein Onlinekurs zum Thema Sicherheit von (elektronischen) Wahlen gestartet.

Unter dem Titel Securing Digital Democracy erklärt J. Alex Halderman von der University of Michigan – den man u.a. auch noch von den indischen Wahlcomputern kennen könnte – welche Anforderungen ein modernes Wahlsystem erfüllen muss, wo die Schwächen liegen und was man als aufgeklärter Bürger darüber wissen sollte.

Computer technology has transformed how we participate in democracy. The way we cast our votes, the way our votes are counted, and the way we choose who will lead are increasingly controlled by invisible computer software. Most U.S. states have adopted electronic voting, and countries around the world are starting to collect votes over the Internet. However, computerized voting raises startling security risks that are only beginning to be understood outside the research lab, from voting machine viruses that can silently change votes to the possibility that hackers in foreign countries could steal an election.

Der Kurs dauert insgesamt 5 Wochen und ist in 10 Lectures unterteilt. Nach jeder Woche kann man auch an einem Quiz teilnehmen, um das Erlernte zu überprüfen und im Forum zu dem Kurs, kann man sich mit anderen Leuten zu spezifischen Themen austauschen.

Die Teilnahme an dem Kurs ist kostenlos. Man braucht lediglich einen Account bei coursera und gute Englischkenntnisse.


Wahlcomputer im Iran

März 25, 2012

Der Iran wird zukünftig auch E-Voting einsetzen:

“For the first time, the electronic voting will be widely used in Iran. The electronic voting takes place in the main polling stations of 14 provinces”

Danke Martin von wahlrecht.de für den Hinweis!


E-Voting-Pilotversuch “Vote Èlectronique”

März 14, 2012

Wie schon in den vergangenen Jahren wurden jüngst “Vote Èlectronique”-Versuche bei der Wahl in der Schweiz durchgeführt, diesmal in zwölf Kantonen. Wir hatten in den letzten Jahren schon mehrfach darüber berichtet.

19.229 Menschen nutzten das E-Voting. Wie erwartet wird auch diesmal vermeldet, dass die Anforderungen des Bundes zur eidgenössischen Volksabstimmung erfüllt worden seien, obgleich die Systeme nicht transparent sind, Implementierung und Funktionsweise der elektronischen Verfahren nicht offenliegen und die Sicherheit damit nicht unabhängig prüfbar ist. Das hatte sogar die ODIHR in ihrem Election Assessment Mission Report vor ein paar Monaten bemängelt. Die Bundeskanzlei spricht trotzdem und trotz einiger bekanntgewordener Schwachstellen bei Vote Èlectronique von einem Erfolg.

Mit Ausnahme der Piratenpartei ist Kritik an Vote Èlectronique in der Schweiz rar. Denis Simonet kritisiert zwar:

Doch die Legitimität der aktuellen Praxistests ist fraglich, zumal das Volk so weit nicht mitreden konnte. [1]

Doch er empfiehlt stattdessen das von den Schweizer Piraten verwendete “PiVote”, das die in Österreich und in Deutschland geltenden Grundsätze der Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Wahlen allerdings nicht erfüllen würde, und er verweist ansonsten auf das “swiss e-voting competence center”.

Es stellt sich die Frage: Gibt es in der Schweiz eigentlich E-Voting-Gegner? Was sind deren Argumente? Wie organisieren sie sich?

Wir sind dankbar für jeden ernstzunehmenden Hinweis! :}

[1] Abstimmungen sind keine Miss-Schweiz-Wahlen!

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Computerisierte Wahlen: die russische Variante

Dezember 23, 2011

Die russischen Duma-Wahlen und ein möglicher Wahlbetrug machten in den letzten Wochen einige Schlagzeilen. Wenig berichtet wurde jedoch, dass in Russland die Touchscreen-Wahlcomputer “KEG” sowie optische Scanning-Verfahren zum Einsatz kamen. Wer sich die russischen Scanning-Computer mit dem Namen “KOIB” mal ansehen möchte, kann das hier bei youtube tun. Die Computer sagen gar freundlich “danke” nach Abgabe des Stimmzettels. Sie sollen in den 1990er Jahren in Russland von einem “Software R&D Institute” in St. Petersburg entwickelt worden sein, die jedoch im Netz nicht recht auffindbar sind. Bis 2012 sollen in fünfzehn Prozent und bis 2015 in siebzig Prozent der Wahllokale solche KOIB-Systeme stehen.

Die ODIHR, eine Unterorganisation der OSZE, deren Vertreter zur Wahlbeobachtung eingeladen worden waren, hat bereits am 5. Dezember ihren Bericht zur russischen Wahl veröffentlicht. Danach war das optische Scanning-System bisher in 4.800 Wahllokalen im Einsatz. Die KEG-Wahlcomputer, deren Einsatz seit 2003 erlaubt ist und die seit 2006 auch eingesetzt werden, fanden sich in 326 Wahllokalen. Im Unterschied zu 2006 hatten sie dieses Jahr einen kleinen Drucker angeflanscht.

Obgleich die KOIB-Scanner in weitaus größerer Zahl im Einsatz sind als die KEG-Computer, sprechen sich viele russische Wahlorganisatoren für die KEG-Computer aus, da bei ihrem Einsatz die Vorbereitung und der Transport der Stimmzettel entfällt, damit die Kosten auf lange Sicht sinken könnten. Wir kennen diese Argumentation aus vielen anderen Ländern: Es geht immer um Kosten, selten um Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Die ODIHR-Beobachter halten übrigens fest:

Voting using electronic touch screen machines was well organized overall and was carried out without technical problems. [1]

Woher sie das wohl wissen? Denn es war ja schon zu vermuten: Sowohl die Touchscreen- als auch die Scanning-Computer, sind jedoch vollkommen intransparente Systeme mit propiertärer Software.

russland-wahl

[1] ODIHR Report, Russian Federation, State Duma Elections, 4 December 2011, 5. Dezember 2011.

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