Wie schon in den vergangenen Jahren wurden jüngst “Vote Èlectronique”-Versuche bei der Wahl in der Schweiz durchgeführt, diesmal in zwölf Kantonen. Wir hatten in den letzten Jahren schon mehrfach darüber berichtet.
19.229 Menschen nutzten das E-Voting. Wie erwartet wird auch diesmal vermeldet, dass die Anforderungen des Bundes zur eidgenössischen Volksabstimmung erfüllt worden seien, obgleich die Systeme nicht transparent sind, Implementierung und Funktionsweise der elektronischen Verfahren nicht offenliegen und die Sicherheit damit nicht unabhängig prüfbar ist. Das hatte sogar die ODIHR in ihrem Election Assessment Mission Report vor ein paar Monaten bemängelt. Die Bundeskanzlei spricht trotzdem und trotz einiger bekanntgewordener Schwachstellen bei Vote Èlectronique von einem Erfolg.
Mit Ausnahme der Piratenpartei ist Kritik an Vote Èlectronique in der Schweiz rar. Denis Simonet kritisiert zwar:
Doch die Legitimität der aktuellen Praxistests ist fraglich, zumal das Volk so weit nicht mitreden konnte. [1]
Doch er empfiehlt stattdessen das von den Schweizer Piraten verwendete “PiVote”, das die in Österreich und in Deutschland geltenden Grundsätze der Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Wahlen allerdings nicht erfüllen würde, und er verweist ansonsten auf das “swiss e-voting competence center”.
Es stellt sich die Frage: Gibt es in der Schweiz eigentlich E-Voting-Gegner? Was sind deren Argumente? Wie organisieren sie sich?
Wir sind dankbar für jeden ernstzunehmenden Hinweis! :}

Verfasst von 46halbe 

