Grazer Stadtblatt berichtet über E-Voting

Das Grazer Stadtblatt, eine Zeitung der KPÖ Graz, berichtet über den Angriff auf die Demokratie, der bei den kommenden ÖH-Wahlen wegen E-Voting stattfinden wird. Ein Artikel, der die Vorkommnisse der letzten Zeit gut zusammenfasst:

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grazer stadtblatt E-Voting

Hier das Original-PDF

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Behind the freedom curtain

Heute gibt es einen kleinen Ausflug in die Geschichte: Behind the freedom curtain. Die Firma Automatic Voting Machine Corporation aus New York, die verschiedene mechanische Wahlmaschinen bereits seit 1898 baute, preist in diesem Film aus den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts ihr Produkt. Die Argumente der Verkaufsabteilung erinnern an heutige Werbebotschaften von Anbietern computerisierter Wahlsysteme:

1. Voting precincts may be consolidated,

2. Fewer officials are required, working shorter hours,

3. No paper ballots need be printed,

4. Expensive recounts are eliminated. [1]

Wer noch nicht genug gesehen hat, kann auch noch den zweiten Teil des Werbefilms ansehen.

[1] Zitiert aus einer Werbebroschüre der Automatic Voting Machine Corp. aus dem Jahr 1949.

ccc wahlcomputer-logo e-voting

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E-Voting-Plakatserie der ÖHs

Um die Thematik E-Voting in der Öffentlichkeit präsenter zu machen, haben die HTU Wien, die HTU Graz und die ÖH Uni Graz eine Plakatserie herausgegeben, mit der auf den Universitäten papierwahl.at beworben wird.

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Vergleich Spielautomat mit Wahlcomputer

Hier eine sehr treffende Gegenüberstellung der Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen von Spielautomaten (engl. „slot machines“) und Wahlcomputern (leider nur in Englisch):

e-voting vs las_vegas_slots

[zum Vergrößern klicken, via rip]

Die Auflagen für Glücksspielautomaten in Kasinos sind weit höher als die für Wahlcomputer, obwohl es genau anders herum sein sollte, da es bei Wahlen um weit geht, als „nur“ Geld.

Ein kurzer Auszug aus dem Buch Sicherheit elektronischer Wahlen (S. 92):

Besonders Insider-Attacken sind ein großes Problem, das von amerikanischen Herstellern von Wahlmaschinen außer acht gelassen wird. So gibt es etwa ausführliche Hintergrund-Überprüfungen der Mitarbeiter in Kasinos, die das administrative Personal von E-Voting-Systemen nicht absolvieren muss. Test von Slot Machines (einarmige Banditen) werden in der realen Einsatzumgebung durchgeführt, bei E-Voting-Maschinen ist das meist nicht möglich. Eine staatliche Kontrolle wie bei Kasinos (etwa der Nevada Spielkommission) oder wie auch bei der Einführung von Medikamenten fehlt bei E-Voting-Systemen, da die Standards der Federal Election Commission nicht staatlich, etwa durch Gesetze zwangsverpflichtend, eingeführt werden.

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ÖH-Wahlen: Alles neu in 2009

Die Presse berichtet in einem Artikel über die künftigen Neuerungen bei den diesjährigen ÖH-Wahlen. Zum einen geht es um ÖH-interne Sachen, die erwarteten Wahlkampfthemen der einzelnen Fraktionen und die Stimmverteilung. Zum anderen geht es um komplette Neuerungen. Erstmals dürfen nämlich auch die Fachhochschulen wählen und das Thema e-Voting wird natürlich auch aufgegfriffen. Dazu heisst es:

Erstmals gibt es in Österreich eine Wahl, bei der von zu Hause abgestimmt werden kann. Die ÖH-Wahl ist der Testlauf für E-Voting in der Alpenrepublik. Bleibt die Frage, wem das nützen wird. Traditionell sind die linken Fraktionen besser, wenn es um die Mobilisierung der eigenen Wählerschaft ging. Bürgerliche Studenten erwiesen sich eher als wahlfaul. Ob die bisher Wahlfaulen aber wirklich durch E-Voting zum Abgeben der Stimme veranlasst werden, scheint unsicher.

Die ÖVP-nahe Studentenfraktion Aktionsgemeinschaft ist jedenfalls die einzige ÖH-Gruppierung, die dem Projekt zumindest aufgeschlossen gegenübersteht. Allzu große Auswirkungen des E-Votings auf das Wahlergebnis erwarten aber auch die Gegner der neuen Wahlmethode nicht. „Wir glauben, dass diese nur wenig in Anspruch genommen wird“, sagt im Gespräch mit der „Presse“ Maria Maltschnig, Vorsitzende des VSStÖ (Verband sozialistischer Student-Innen). Denn für das E-Voting müsse man eine Bürgerkarte und ein passendes Kartenlesegerät zu Hause haben, diese Hürde sei zu hoch.

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Präsident des Verfassungsgerichtshofs sieht E-Voting skeptisch

In der Printausgabe der Kleinen Zeitung vom 9. Jänner 2009 ist ein Interview mit Gerhart Holzinger, dem Präsidenten des Österreichischen Verfassungsgerichtshofs, abgedruckt. Nachlesen kann man dieses auch auf der Homepage. Auch die Futurezone hat dazu einen Beitrag veröffentlicht.

Kleine Zeitung: Was halten Sie von E-Voting, der Stimmabgabe per Computer, die bei der Hochschülerschaftswahl ausprobiert wird?

Holzinger: Ich bin sehr skeptisch, weil ich all den Beteuerungen, dass das Wahlverhalten sicher geheim bleibt, als technischer Laie schlicht und einfach nicht glauben kann. Auf der anderen Seite sieht man doch, dass die Experten alles nachvollziehen können, was jemals gespeichert worden ist. Abgesehen von den verfassungsrechtlichen Bedenken braucht die Demokratie Symbole, und die Wahlhandlung, wie wir sie seit 100 Jahren kennen, ist ein starkes. Der Verfassungsgesetzgeber hat die Möglichkeit zur Briefwahl erweitert – darüber hinaus zu gehen, ist nicht erstrebenswert.

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25C3: eVoting after Nedap and Digital Pen

Wie bereits angekuendigt, der Vortrag zu e-Voting von Ulrich Wiesner beim 25C3:

eVoting after Nedap and Digital Pen
Why cryptography might not fix the issue of transparent elections

Cryptographic methods have been suggested as a solution of the transparency and auditability issues in electronic voting. This talk introduces some of the suggested approaches and explains why such methods replace one issue with another, rather than fixing it.

Slides zum Vortrag (.pdf/243KB)
Video vom Vortrag (.mp4/498MB)
Video vom Vortrag (.torrent)

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Präsentation „E-Voting System Security Optimization“

Hier die Folien meiner Präsentation auf der Konferenz HICSS-42 im Rahmen des Minitracks E-Government Information Security „E-Voting System Security Optimization“:

Direkt auf slideshare

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Konferenz HICSS-42

Die Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS) im Hilton Waikoloa Village Resort auf Big Island, Hawaii, vom 5-8 Jänner 2009 ist eine große internationale Konferenz zum Austausch von Experten zu den Themen Information Systems und Technology.

Dieses Jahr kommen etwa 700 Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen und den USA. Es gibt 16 zeitgleiche Paper-Sessions, bei denen etwa 500 wissenschaftliche Papers vorgestellt werden, die auf IEEE veröffentlicht werden.

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Hier mein Beitrag, in dem ich die Ergebnisse meiner Dissertation zusammenfasse:

Ondrisek, Barbara, „E-Voting System Security Optimization„, Proceedings of the 42nd Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS-42), 8 pages, CD-ROM, IEEE Computer Society, January 2009.

©2009 IEEE. Personal use of this material is permitted. However, permission to reprint/republish this material for advertising or promotional purposes or for creating new collective works for resale or redistribution to servers or lists, or to reuse any copyrighted component of this work in other works must be obtained from the IEEE.

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e-voting hicss-42

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E-Voting beim 25C3

Heute gab es beim Chaos Communication Congress in Berlin den Vortrag zum Thema E-Voting: „eVoting after Nedap and Digital Pen„. Ulrich Wiesner hat dabei versucht möglichst aus Nutzersicht zu argumentieren.

So kritisiert er beispielsweise die fehlende Nachvollziehbarkeit bei E-Voting-Systemen. Der derzeitig angestrebte Weg, mit Hilfe von Kryptographie ein sichereres System zu erhalten, würde es den Wählern zukünftig unmöglich machen, solche Systeme zu verstehen. Was zur Folge hätte, dass man sich blind auf ein paar wenige Experten verlassen müsste. Wobei man diesen Experten nicht mal böse Absichten unterstellen müsste, denn Softwarefehler bei komplexeren Systemen sind niemals auszuschließen. Dies wurde auch einem Beispiel verdeutlicht, das gezeigt hat, dass auch kleine Abweichungen bei der Stimmauszählung große Auswirkungen haben können.

Einleitend wurde eine kurze Übersicht zur aktuellen Verbreitung von E-Voting-Systemen gegeben. Der Schwerpunkt lag aber bei der Kryptographie.
Die vorgestellten Methoden (Three Ballot, Punchscan und Bingo Voting) können keine 100%-ige Sicherheit bieten. Einerseits gibt es mathematische / statistische Angriffsvektoren, andererseits verkompliziert es Wahlen unter Umständen um ein Vielfaches.

Zusammengefasst meint Wiesner, dass es derzeit kein praxistaugliches Modell gibt, dass ausreichend Sicherheit und Transparenz von Wahlen gewährleistet. Sei es mit kryptographischen Mitteln – die vielleicht ein wenig mehr an Sicherheit bringen, dafür aber gleichzeitig die Nachvollziehbarkeit weiter einschränken – oder ohne. Hauptkritik ist die fehlende Transparenz für den Wähler. Im akademischen Umfeld habe die Beschäftigung mit E-Voting durchaus seine Daseinsberechtigung, es aber bei „richtigen“ Wahlen einzusetzen, sei jedoch falsch.

(Die Slides und das Video zum Vortrag sollten die nächsten Tage online gestellt werden. Links dazu folgen dann.
update:
Die Links sind hier.)

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