Zeitschriftenbeitrag: „Risiken von E-Voting“

April 16, 2009

[Dieser Beitrag ist auch auf electrobabe.at zu finden]

papierwahl.at-Gründerin Barbara Ondrisek veröffentlichte einen Beitrag für das wissenschaftliche Journal Informatik-Spektrum (Springer Verlag), der das Problem bei E-Voting und den Vorteil von Papierwahlen zusammenfasst:

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Risiken von E-Voting – Sicherheit und Probleme elektronischer Wahlen
Zeitschrift Informatik-Spektrum
Verlag Springer Berlin / Heidelberg
ISSN 0170-6012 (Print) 1432-122X (Online)
Kategorie HAUPTBEITRAG
DOI 10.1007/s00287-009-0341-x
Fachgebiete Informatik
SpringerLink Date Freitag, 3. April 2009
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Zusammenfassung E-Voting ist ein sehr kontroverses Gebiet. Die Wahlbeteiligung nimmt kontinuierlich ab, weshalb einige Politiker meinen, ein Allheilmittel entdeckt zu haben: Internetwahlen als zusätzliche Wahlmethode. Obwohl IT-Experten und Datenschutzrechts-Spezialisten sich gegen elektronische Wahlen aussprechen, wird es in Österreich bei der kommenden Wahl der Österreichischen HochschülerInnenschaft im Frühling 2009 dennoch einen Echtwahlversuch mit Internetwahlen geben. Die Vorteile von E-Voting wie Erhöhung der Wahlbeteiligung durch zusätzliche Wahlkanäle und Kostenersparnis wurden allerdings durch Studien bereits entkräftet: Durch elektronische Verfahren seien vielmehr die Wahlrechtsgrundsätze gefährdet und die Transparenz des Wahlvorgangs ginge verloren, meinen Kritiker.

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PS. Danke Michaela Chiaki Ripplinger von communicate for you fürs Korrekturlesen!


Internationales: Russen wählen per Handy 2011, Indien im Frühling per Wahlcomputer

April 16, 2009

Russen können über eine Java-Applikation ihr Parlament ab 2011 per Handy (das sogenannte „m-voting“, also „mobile voting“) wählen (derStandard berichtet):

Um an der Wahl per Handy teilzunehmen, muss der Wahlberechtigte eine Telefonnummer bekannt geben. Am Wahltag wird ihm ein spezielles Java-Programm auf das Telefon zugesandt. Diese Software ermöglicht es dem Wähler, seine Stimme abzugeben. [..] Die Technologie sei zwar einfach, jedoch nicht vergleichbar mit jenen Abstimmungsmethoden, die beispielsweise beim Eurovisions-Songcontest zum Einsatz komme, stellt der Chef der Wahlkommission klar.

In Indien hingegen wird hingegen vom 16. 4. bis zum 13. 5. mittels Wahlcomputer abgestimmt werden (ulrichwiesner.de berichtet):

Seit 1998 setzt die Indische Wahlkommission Wahlcomputer ein, die sie gemeinsam mit zwei staatseigenene Unternehmen entwickelt hat. Bei den letzten Unterhauswahlen im Jahre 2004 kamen etwa eine Million der rund 300 US$ teuren, batteriebetriebenen DRE-Geräte zum Einsatz

Ein DRE-Gerät ist ein direct-recording electronic (DRE) E-Voting-System, das die Stimme direkt am Gerät aufzeichnet, z.B. Touchscreen-Wahlmaschinen. Der Begriff kommt aus den USA, wo es eine Reihe von Problemen mit diesen Geräten gab, im deutschsprachigen Raum verwenden wir den Ausdruck „Wahlcomputer“.