Weitere Probleme mit Wahlcomputern in den USA

Lange Schlangen vor den Wahllokalen, ausfallende Wahlmaschinen und überforderte, schlecht eingeschulte Mitarbeiter der Wahlkommission waren die häufigsten Probleme, über die amerikanische Wähler und Wählerinnen klagten.

Wie bereits berichtet, war die falsche Ausrichtung der Touchscreens bei DRE (Direct Recording Electronic) Wahlmaschinen ebenfalls ein großes Problem:

Dan Wallach, Computerwissenschaftler an der Rice University, sieht [..] besonders viele Fehlerquellen: „Da kann so viel schief gehen, dass es schon erstaunlich ist.“ Um die Geräte einzustellen, müssten bis zu 20 Punkte auf dem Bildschirm angeklickt werden, um eine Deckungsgleichheit zu erzielen. Diese Feinfühligkeit sei eine enorm große Fehlerquelle [taz.de].

Kim Zetter von Wired-Magazine schreibt in diesem Zusammenhang ihn ihrem „Threat Level“ Blog, dass, während ES&S Touchscreen Wahlmaschinen in West Virginia die Stimmen der Wähler änderten (sog. „vote flipping“), in West Virginia die Ministerin einem ES&S Vicepräsidenten den „Medallion Award“ verliehen hat.

Über eine versuchte Wahlkreismanipulation durch Ausschluss einer bestimmten Wählergruppe wegen falscher Informationen über das Wahltags-Datum (der Wahltag sollte verschoben worden sein) wurde ebenfalls berichtet.

John Gideon von VotersUnite.org hat auf Brad Friedmans Blog eine Liste mit weiteren aktuellen Berichten über Wahlmaschinen in den USA gesammelt.

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Im Vorfeld der Wahlen gab es bereits Probleme. Unglücklicherweise – für papierwahl.at – ist das Endergebnis der Präsidentschaftswahlen nicht besonders knapp ausgefallen, denn dann hätte es sicher einen lauteren Ruf nach Untersuchung der Geräte und Nachzählungen gegeben. Die Skepsis gegenüber den neuen Wahltechnologien bleibt bestehen (z.b. Angst vor der Wahlmaschine, Showdown für die Wahlmaschine), weitere Meldungen werden wahrscheinlich auch noch folgen, aber aie von manchen erwartete große Katastrophe ist ausgeblieben.

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Eine für Techniker eher amüsante Klage hat sich vor kurzem degen den Wahlmaschinenhersteller Diebold ergeben: Wahlmaschinen sollen Urheberrecht verletzen, wegen dem Einsatz der opensource Ghostscript PDF Processing Software.

Diebold soll demnach keine kommerzielle Lizenz für Ghostscript besitzen, sich aber auch nicht an die Bedingungen der GPL halten. [golem.de]

Eine GPL Lizenz ist zwar frei, aber eben nicht gratis.

USA-ELECTION/

[Bild Quelle: spiegel.de]

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