„Trust is good, control is impossible.“

am 04.11.2008, also in gut einer woche, steht die wahl des praesidenten der vereinigten staaten von amerika an. wie das mit dem waehlen und der stimmgewichtung in den usa grundsaetzlich funktioniert, erklaert (in einfach und verstaendlich) das video „Electing a US President in Plain English“ in knapp 4 minuten:

[direktlink / creative commons -by-nc-nd-3.0]

wie bekannt sein duerfte, haelt nun schon eine ganze weile in den usa, der trend des elektronischen waehlens fortwaehrend an. der aktuelle status, welche wahltechniken in den usa zum einsatz kommen, laesst sich auch sehr schoen grafisch darstellen [1]

grafik von: scientific american

wie man erkennen kann, sind die optischen scanner und touchscreen geraete eindeutig am verbreitesteten, waehrend das waehlen mit papier stark im rueckzug begriffen ist. etwas detaillierter und in absoluten zahlen gibt dies der aktuelle „2008 National Voting Equipment Report“ [.pdf] der election data services wieder [1]. darin ist unter anderem aufgelistet, dass optically scanned paper ballots und electronic (dre) systems zusammen ca. 90% des eingesetzten wahlequipments ausmachen. die hand-counted paper ballots liegen bei bescheidenen <2%. nur um die verhaeltnisse nochmal zu verdeutlichen.

das heisst also die usa waehlt, natuerlich auch dieses jahr wieder, ihren praesidenten mit e-voting systemen.
die aclu fasst unter diesem hintergrund auch nochmal kurz zusammen:

Flawed or not, the machinery that will be used to cast and count votes is in place. The biggest concerns on the voter’s end is whether their votes will be accurately recorded and not lost, due to a range of factors from human error to software glitches to lost memory cards — the electronic version of a ballot box.
[…]
The biggest vulnerability in the vote-counting process appears to be the prospect that a private contractor, with strong partisan feelings, will tinker with the machinery to alter the count, either by adding to the number of voters casting ballots or shifting the allocation of votes awarded on a percentage basis: adding from candidate X and subtracting from candidate Y.
[blog.aclu.org]

dabei muss man aktuell noch nicht mal so sehr auf das gezielte manipulieren anspielen (obwohl das sicherlich in zukunft eine der groessten gefahrenquellen darstellen wird. stichwort: innentaeter). denn mit aktuellen wahlcomputern schafft man es noch nicht einmal die abgegebenen stimmen richtig zu zaehlen, wie unter anderem auf golem berichtet wurde:

Fehlerhafte Systeme werden zur US-Präsidentenwahl zum Einsatz kommen

Die für die kommende US-Präsidentenwahl zugelassenen Wahlcomputer sind nicht in der Lage, die abgegebenen Stimmen korrekt zusammenzuzählen. Das wurde bei der Untersuchung von Ungereimtheiten im US-Bundesstaat Ohio festgestellt.
[…]
die Diebold-Tochter Premier Elections Solutions, hat die Probleme bereits zugegeben. Eine Korrektur der Fehler bis zur Wahl ist praktisch nicht mehr möglich, da alle zur Wahl zugelassenen Systeme vorher überprüft und zertifiziert werden müssen.
[golem]

damit kommt man zu dem schluss, dass diese wahl noch offensichtlicher als bisher, von dem good will (wenn man das so sagen will) der eingesetzten wahlsysteme abhaengig ist. eine transparente wahl und zweifelsfreie stimmabgabe ist unter diesen umstaenden nicht moeglich.

durch diese und aehnliche vorfaelle in der vergangenheit, kursiert auch bereits – angefangen von unterstellungen bis hin zu verschwoerungstheorien – einiges hinsichtlich wahlmanipualtionen auf seiten der republikaner. ganz entkraeften werden sich solche vorwuerfe nicht lassen, da die naehe von premier elections solutions (diebold) zu der republikanischen partei auch oeffentlich bekannt ist.


zitat in der uberschrift: tim pritlove ueber wahlcomputer
[1] via ravenhorst

weitere links
wp: election
wp: electronic voting
wp: election fraud

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Eine Antwort zu „Trust is good, control is impossible.“

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