Geheimdienst-Affäre: Misstrauen bei E-Voting wächst

Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet heute in einem Artikel über das zunehmende Misstrauen bei elektronischen Wahlen. Die Schweiz galt bislang als eines der europäischen Vorreiterländer in Sachen E-Voting.
Durch die Enthüllungen von Edward Snowden in den letzten Monaten, hat sich dieses Bild mittlerweile gewandelt. Es wird berichtet:

«Es gibt nichts Gefährlicheres in einer Demokratie, als wenn man das Vertrauen in Abstimmungen untergräbt», mahnt Christoph Blocher. Genau dies geschehe nun mit der vom Bundesrat geplanten Einführung des E-Votings. Die NSA-Affäre zeige, wie gefährlich das elektronische Übermitteln und Speichern von Daten sei, kritisiert der SVP-Vizepräsident in einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag». Elektronische Abstimmungen könnten manipuliert und das Stimmgeheimnis könnte kaum gewährleistet werden.

Nicht nur der 73-jährige Rechtskonservative, der mit Computern seine liebe Mühe hat, hegt Bedenken. Auch der 41-jährige Balthasar Glättli, der auf Twitter und Facebook aktiv ist, mahnt zur Vorsicht. Der grüne Nationalrat hat vor einem Monat eine Motion eingereicht, die den Bundesrat zum Stopp der E-Voting-Versuche zwingen will – bis das elektronische Abstimmen sicher ist.
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Wie lange es dauern wird bis elektronisches Abstimmen sicher ist und dabei die Wahlrechtsgrundsätze eingehalten werden, ist fraglich.

Abgesehen von der immer weiter bröckelnden Front der E-Voting-Befürworter, gibt es natürlich auch weiterhin Leute, die kein Problem darin sehen Wahlen im Internet durchzuführen. Argumentiert wird wieder einmal mit der beliebten „technikfeindlichkeit“ der E-Voting-Gegner:

«Aber wir sollten nicht in die Steinzeit zurückkehren und die Projekte abbrechen», so [SP-Vizepräsidentin] Fehr.

Auch wenn die Enthüllungen von Edward Snowden bislang zu keinem massenhaften Aufstand bei dem Großteil Bevölkerung geführt haben, so setzt doch zumindest langsam an einigen Stellen ein Nachdenkprozess ein, unter welchen Umständen wir digitale Technologien nutzen wollen und wo diese Fehl am Platz sind.

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