Verursacher für ÖH-E-Voting-Fehlschlag wechselt zur OSZE

Nachdem der ehemalige Wissenschaftsminister Hahn in die Europäische Kommission gewechselt ist, um dort mit Gedanken über elektronische Wahlen sein Unwesen zu treiben, wird ein weiterer Hauptverantwortlicher des E-Voting-Disasters in Zukunft einen ebenfalls interessanten Posten bekleiden.

Das selbsternannte „Kompetenzzentrum“ für elektronische Wahlen e-voting.cc teilte dies bei einer Pressekonferenz mit:

„Robert Krimmer, bisheriger Chef von e-voting.cc, wird [..] für Wahlbeobachtung verantwortlichen OSZE-Unterorganisation Office for Democratic Institutions and Human Rights (ODIHR) wechseln und dort den neu geschaffenen Posten des Senior Advisor on New Voting Technology übernehmen.“

derStandard.at titelt diese Neuigkeit mit „Nach ÖH-Flop OSZE-Karriere„.

Die Grünen reagierten prompt und verfassten einen Offenen Brief an die OSZE, in dem Verfassungssprecherin Daniela Musiol die Aufnahme von Krimmer schärfstens kritisiert.

„“Ausgerechnet der Verantwortliche für den E-Voting-Reinfall bei den ÖH-Wahlen 2009 soll nun die OSZE bei der Durchführung von Wahlen mit E-Voting beraten“

„Die OSZE braucht Glaubwürdigkeit, um in Ländern mit niedrigen Standards bei demokratischen Wahlen Hilfestellung leisten zu können. Krimmer mangelt es meiner Ansicht nach an dieser Glaubwürdigkeit. Das schadet der OSZE im Allgemeinen und Österreich im Speziellen“ [..]. Besonders inakzeptabel ist [, dass Krimmer] pikanterweise auch selbst im Auftrag des BMWF evaluiert hat. „Da ist es kein Wunder, dass trotz offensichtlicher Unregelmäßigkeiten, bereits erfolgreicher Wahl-Anfechtungen und zahlreicher noch offener Beschwerden immer noch eine positive Bilanz gezogen wurde. Diese Vorgangsweise ist einer Demokratie absolut unwürdig“, kritisiert Musiol und kündigt an, sich weiterhin für die lückenlose Aufklärung der Ungereimtheiten einzusetzen.

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Eine Antwort zu Verursacher für ÖH-E-Voting-Fehlschlag wechselt zur OSZE

  1. Spectator schreibt:

    Der Inhalt des offenen Briefes ist faszinierend. Da hat doch tatsächlich Scytl eine bezahlte Anzeige in einer von Krimmer’s E-Voting.cc herausgegebenen Zeitung geschaltet, während das E-Voting-Projekt lief, in dem Krimmer das BMWF beriet und Scytl Auftragnehmer war. Selbstverständlich gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

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