Radio Netwatcher (Teil 2) und kommende Diskussionen zum Thema E-Voting

März 20, 2009

Radiosendung: Radio Netwatcher vom 20.3.2009 – Kann eVoting die Wahlzelle ersetzen? (Teil2) auf Radio Orange 94.0

Nach der ersten Hälfte der Audio-Aufzeichnung der Podiumsdiskussion, ist nun die zweite Hälfte des q/talks als Stream oder MP3-Download verfügbar.

Weitere Diskussionen zum Thema E-Voting

Peter Purgathofer diskutiert:

Podiumsdiskussion der Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) am 25. März zum Thema E-Voting u.a. mit Dr. Gerda Marx. 20:00, NIG, Uni Wien.

Nächster q/talk am 31.März zum Thema “Demokratiepolitische Auswirkungen von eVoting”. Wahrscheinlich mit Dr. Alexander Prosser u.a.. 20:00, Raum D, quartier21, Electric Avenue, MQ Wien.

Podiumsdiskussion des Vereins der Absolvent/inn/en der Rechtswiss. Fakultät der Uni Wien am 22. April zum Thema E-Voting, zusammen mit Heinrich Neisser, Robert Stein und Heinz Mayer. Minister Hahn soll angefragt worden sein.


E-Voting im Spannungsfeld zwischen Barrierefreiheit und Risiko

Februar 22, 2009

Vortrag von Peter Purgathofer vom 21.11.2008 auf der A-TAG’08 mit dem Thema “E-Voting im Spannungsfeld zwischen Barrierefreiheit und Risiko”

Vortrag anhören (MP3)
Unterlagen herunter laden
Transkription des Vortrages

Folien des Vortrags auf Slideshare


Purgathofer: “Vertrauen in Technologie nicht gerechtfertigt”

Dezember 18, 2008

purgathofer e-voting

Peter Purgathofer, Mitbegründer von papierwahl.at und Professor am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung an der TU Wien, ist bereits in einigen Diskussionsveranstaltungen und Vorträgen mit pointierter Kritik gegen E-Voting aufgetreten, auch im letzten Futurezone-Artikel:

Der elektronische Wahlvorgang sei für den Großteil der Bevölkerung nicht nachvollziehbar [..]. Darüber hinaus seien elektronische Wahlsysteme für Manipulationen anfällig. Die Systeme seien zwar in der Theorie einwandfrei, so Purgathofer: “In der praktischen Implementierung sind Sicherheitsschwachstellen aber nicht zu verhindern.” [..] Wir verlieren also die Transparenz, die durch das einfache Verfahren der Papierwahl gegeben ist, und müssen sie durch das Vertrauen in Experten ersetzen, die uns erklären, dass unsere Stimme gut behandelt wird. [..]

Wir wissen bei Wahlen über das Internet nicht, ob unsere Stimme gezählt wird, und ob sie richtig gezählt wird. Es ist auch unklar, ob das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Wir müssen den Experten vertrauen. [..]

Natürlich werden auch Papierwahlen manipuliert. Wahlmanipulationen haben eine lange Geschichte, die auch auf Wikipedia nachgelesen werden kann. Es passiert jedoch immer nur dort, wo die Transparenz des Wahlverfahrens ganz bewusst unterlaufen wird, oder wo Menschen am Wählen gehindert werden. In der Regel sind solche Manipulationen sehr leicht feststellbar. Bei Wahlen über das Internet wird die Manipulation von Wahlen jedoch substanziell erleichtert.

Hier der ganze Beitrag, in dem auch eine schöne Gegenüberstellung von Online-Banking und E-Voting gemacht wird.

Im heutigen Beitrag auf derStandard.at “Angst und “Paranoia” vor E-Voting” wurde Peter Purgathofer ebenfalls zitiert, zusammen mit dem E-Voting-Befürworter Thomas Grechenig, Professor am INSO an der TU Wien, der auch an der Durchführung der ÖH-Internetwahl beteiligt ist, und Verfassungsrechtler Klaus Poier von der Uni Graz.


Erneut heftige Kritik an der ÖH-Internetwahl

Dezember 16, 2008

Nach dem Rücktritt der Wahlkommissionsvorsitzenden der HochschülerInnenschaft an der Universität Wien (auch in der ORF-Futurezone) wegen rechtlicher und technischer Bedenken an dem Internetwahl-Projekt des Wissenschaftsministers Hahn, hagelt es weiterhin Kritik von Experten. Verfassungsjurist Heinz Mayer meinte im derStandard-Interview:

Es gebe überhaupt keinen Grund Veränderungen herbeizuführen, die noch dazu sicher fehleranfälliger sind als die derzeitige Abwicklung. Wahlmanipulation sei bei E-Voting im deutlich größeren Stil möglich und nur die wenigen Experten mit Einblick in das Wahlsystem könnten diese nachzuvollziehen. Dabei sei die Akzeptanz eines Wahlergebnisses mindestens so wichtig wie dessen Korrektheit.

papierwahl.at-Mitgründer und TU Wien Professor Peter Purgathofer äußert ebenfalls wieder starke Bedenken:

Die derzeit mögliche Kontrolle falle beim E-Voting weg. “Wir müssten dem Experten glauben, dass unsere Stimme tatsächlich gezählt wird und keine personenbezogenen Daten weitergegeben werden.” [..] “Bei einer Kontrolle sehe ich nur, was mir der Experte zeigen will. Und es gibt keine Garantie, dass die Software die gesamte Wahl über läuft, bzw. nicht ausgetauscht wird, etc.”

Ein Student von Peter Purgathofer, Constantin Hofstetter, fand ebenfalls Sicherheitslücken im Bürgerkarten-System:

Zwar könne man nicht auf das Zentralregister zugreifen, aber Personendaten wie Name, Geburtsdatum etc. mitlesen. Kritik übte er auch an der Kampagne an den Unis [studi.gv.at]. [..] Die Daten der Interessenten – inklusive lesbarer Passwörter – seien auf den Laptops der Tutoren unverschlüsselt als PDF gespeichert und per Mail an diese geschickt worden. “Verliert jemand einen PC, sind alle Daten einsehbar.”

Zudem sei das verteilte Kartenlesegerät nur von Sicherheitsklasse eins, wobei so mit zwischengeschalteter Software die PIN der Bürgerkarte abgefangen werden kann.

ÖH: Grüne prüfen Verfassungsklage, träger Bundesvorsitzender

Die Grünen & Alternativen StudentInnen (GRAS) prüfen derzeit ebenfalls eine Klage beim Verfassungsgerichtshof gegen den E-Voting-Versuch.

Andere Fraktionen beklagen sich über das nur mangelhaft harte Auftreten des ÖH-Bundesvorsitzenden Samir Al-Mobayyed bei dem Thema E-Voting: Als Vorsitzender spricht er sich gegen E-Voting aus, als AG-Fraktionsmitglied verteidigte er aber die eher positive Position der AG beim Thema E-Voting – ein Widerspruch in sich.

Ministerium: Keine Verzögerungen

Das Projekt wiederum befindet sich weiterhin auf Schiene und lässt vorerst keine Verzögerungen vermuten

Man habe in der vergangenen Woche eine Sitzung mit allen Wahlkommissionen durchgeführt und darüber informiert, dass die E-Voting-Pläne rechtlich gedeckt seien. [ORF-Futurezone]


Beitrag für die A-Tag ’08

November 26, 2008

Peter Purgathofers Beitrag „E-Voting im Spannungsfeld zwischen Barrierefreiheit und Risiko“ für die Veranstaltung A-Tag ’08: Die Zukunft ist heute im Bereich Web Accessibility, als Folien (auf slideshare):


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