Minister Hahn erneut für Big Brother Awards nominiert

Oktober 18, 2009

Wie letztes Jahr auch (“Hahn wegen E-Voting-Drängen bei Big Brother Award nominiert“) wurde Minister Hahn wegen seines missglückten E-Voting-Versuchs bei den ÖH-Wahlen erneut nominiert. Wir wünschen dieses Mal mehr Glück ;)

Die Nominierung auf der Seite der Big Brother Awards Österreich 2009:

Wissenschaftsminister Johannes Hahn [ÖVP]: Wahlen als Glücksspiel

Die Hochschülerschaft hatte sich mehrfach und mehrheitlich dagegen ausgesprochen, der Herr Minister hatte stets stereotyp ausrichten lassen, man möge doch nicht so “technikfeindlich” sein.

Der Datenschutzrat hatte eingewendet, dass E-Voting die in der Verfassung verankerten fundamentalen Grundsätze einer freien, geheimen und persönlichen Wahl nicht erfüllen könne. Internationale Studien belegen, dass bei der elektronischen Stimmabgabe nicht sicher ist, ob die Stimme wirklich abgegeben wird, ob sie ankommt und ob sie richtig gewertet wird. Zur “Technikfeindlichkeit”: Dass Wahlstimme und Identifikationsdaten wieder zusammen geführt werden können, sei ebenso möglich, wie Manipulationen aller Art, das waren die Einwände der Techniker. Auch dass die ARGE Daten mit einem simplen Plug-In die Angreifbarkeit eines solchen E-Voting-Systems durch manuelle DoS-Angriffe im Vorfeld der Wahlen zur österreichischen Hochschülerschaft demonstrierte – all das zusammen focht Bildungsminister Johannes Hahn nicht an. Von einer guten Viertelmillion Studierenden gaben gerade einmal 2.100 ihre Stimme elektronisch ab. Der Verlauf der Auszählung ist nur als chaotisch zu bezeichnen, eine Woche danach lagen noch immer nicht alle Ergebnisse vor. Insgesamt gab es 25 gerichtliche Anfechtungen der Wahl, die Wahlbeteiligung war so niedrig wie noch nie. Die zusätzlichen Kosten werden offiziell mit etwa einer Million Euro angegeben, laut Experten sind die Gesamtkosten etwa doppelt so hoch.

  • Netwatcher24.net Interview mit Gio Hahn, ÖVP BM f. Wissenschaft über E-Voting Vimeo Link

  • Wikileaks: Dokument zu Österreichs E-Voting-System nominiert als “Most Wanted Leak 2009″

    Juli 4, 2009

    Wikileaks hat zur Zeit einen kleinen Wettbewerb laufen, der die “Most Wanted Leaks of 2009″ ermittlen soll. Dazu kann jeder heißbegehrte Dokumente vorschlagen, die den auf der Seite genannten Kriterien entsprechen.

    WikiLeaks requests nominations for 2009′s Most Wanted Leaks—the concealed documents or recordings most sought after by a country’s journalists, activists, historians, lawyers, police, or human rights investigators. Nominations are currently OPEN. Prizes will be award to the winner for each country.

    Für Österreich sind derzeit zwei Dokumente gelistet. Eines davon fordert etwas mehr Licht in das, bei der ÖH-Wahl getestete, E-Voting-System zu bringen:

    Austria

    1. Source-code as well as certifications for the Austrian e-Voting system used in students elections.

    Wie lange der Wettbewerb noch läuft, wird auf der Seite nicht verraten.

    [via fefe]

    Update:
    Wikileaks hat auf der Seite mittlerweile auch festgesetzt bis wann der Wettbewerb läuft: bis 01. August kann noch nominiert werden. Die Gewinner werden auf der HAR (Hacking at Random) bekanntgegeben (13. – 16. August).


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