Februar 1, 2011
Dieses Jahr wird es bei den ÖH-Wahlen nach dem schief gelaufenen Testlauf vor zwei Jahren kein E-Voting und ebenso kein zentrales WählerInnen-Verzeichnis geben.
Die Presse berichtet:
Vor zwei Jahren hatte dieses zu zahlreichen Problemen bei der Papierwahl geführt. So konnten Studenten teilweise nicht bzw. mehrfach wählen. Das Ministerium sprach damals von fehlerhaften Dateneingaben der einzelnen Unis.
Die Mehrkosten für E-Voting würden sich ebenfalls nicht rentieren, da weniger als 1% der Studierenden (das waren nur 2161) für die elektronische Stimmabgabe entschieden haben.
Kommentar schreiben » |
internetwahlen, uni | Mit Tag(s) versehen: ÖH-Wahlen, e-voting, internetwahlen, Zentrales Wählerverzeichnis |
Permalink
Verfasst von electrobabe
Oktober 26, 2010
Es vergeht kaum eine Woche, wo nicht E-Voting-Hacks auf verschiedenste Systeme bekannt werden. Dass die Systeme größtenteils closed-source sind, hilft nicht unbedingt dabei (via fatmike182). Hier die aktuell interessantesten Attacken:
Angriffsmöglichkeiten auf den aktuellen Internetwahl-Pilotversuch in D.C., USA werden in diesem Artikel auf freedom to tinker von J. Alex Halderman sehr gut beschrieben (via leyrer). Die Conclusio:
The specific vulnerability that we exploited is simple to fix, but it will be vastly more difficult to make the system secure. We’ve found a number of other problems in the system, and everything we’ve seen suggests that the design is brittle: one small mistake can completely compromise its security.
Bruce Schneier, weltberühmter Security-Guru, beschreibt eine SQL Injection Attacke auf das Schwedische papier-basierte Wahlsystem, wo ein klassisches „DROP TABLE“ SQL Statement handgeschrieben vom Papierstimmzettel in die Wahl-Datenbank eingefügt wurde. Die Attacke schlug fehl, dieses mal.
Was man mit SQL Injection Attacken sonst noch so anstellen kann, beschriebt dieser Comic von xkcd.

.
Übrigens gibt es aktuelle E-Voting-Posts auf Peter Purgathofers soup: evoting.soup.io
Kommentar schreiben » |
international, internetwahlen | Mit Tag(s) versehen: Bruce Schneier, closed source, district of columbia, e-voting hack, internetwahlen, J. Alex Halderman, Open Source, schweden, SQL Injection Attacke, usa |
Permalink
Verfasst von electrobabe
April 11, 2010
Im März diesen Jahres fand in München zum vierten Mal das jährliche internationale Treffen UOCAVA Summit 2010 statt (wurde auch auf papierwahl.at angekündigt). UOCAVA steht für Uniformed and Overseas Citizen Absentee Voting Act – oder etwas vereinfacht „Overseas And Military Voting“. Die Organisation dahinter ist die Overseas Voting Foundation (OVF). Ziel der OVF ist es, wie der Name bereits vermuten lässt, WählerInnen aus Übersee und Militär an Wahlen teilnehmen lassen zu können.
Bei dem Summit wurde eine Debatte zu Internetwahlen abgehalten, bei der sowohl Befürworter als auch Gegner zu Wort kamen. Das Ganze verlief nach einem festen Schema, wie hier beschrieben.
Vor Ort mitdiskutiert hat auch papierwahl.at-Mitautorin Constanze Kurz.
Die Videoaufzeichnungen der Veranstaltung gibt es im Youtube-Channel der Overseas Voting Foundation.
Die Videos zur Internet-Voting-Debatte sind bei wahlrecht.de in chronologischer Reihenfolge verlinkt.
weitere Links:
Summit 2010 Event Description
Summit 2010 Speaker List
1 Kommentar |
e-voting, international, internetwahlen, konferenzen und veranstaltungen | Mit Tag(s) versehen: Constanze Kurz, Internet Voting, internetwahlen, Overseas Voting Foundation, OVF, UOCAVA, UOCAVA Summit 2010, Videos |
Permalink
Verfasst von marc
Januar 18, 2010
Wie im letzten Beitrag berichtet wurde das Ergebnis der ÖH-Wahl auf der Uni Salzburg heute, am 18.01.2010, in erster Instanz aufgehoben, weil die Doktoratsstudierenden aufgrund von Fehlern in der Wahlsoftware am ersten der drei Wahltage nicht wählen konnten.
Ebenfalls heute wurden die Einsprüche der GRAS gegen das Wahlergebnis an den drei noch ausstehenden Unis (Uni Klagenfurt, Med-Uni Graz und Uni f. Musik u. darst. Kunst Wien) abgewiesen. Der Einspruch an der TU Wien wurde letzten Freitag, den 15.01.2010, abgelehnt. Am Tag davor wurden die Einsprüche an sieben weiteren Unis abgewiesen, papierwahl.at berichtete davon.
Nun zur Übersicht:
Insgesamt wurden die Reklamationen gegen die ÖH-Wahlen an 11 von 13 Unis von der Wahlkommission abgewiesen. Das Wahlergebnis an der Uni Salzburg wie auch an der Uni Wien (Bescheid der Uni Wien) wurde aufgehoben. Diese beiden HoschülerInnenschaften müssten also binnen zwei Monaten (Update: die Inskriptionszeiten werden allerdings nicht dazugezählt, sodass die „60 Tage“ bis Mai dauern) ihre Wahl wiederholen – sofern keine Fraktion Berufung gegen die Bescheide einlegt.
Bei beiden Unis sind Fehler in der Wahlsoftware der Grund für die Wiederholung – nicht jedoch die von der GRAS, dem VSStÖ und den Fachschaftslisten unisono kritisierten Internetwahlen an sich. Für verfassungsrechtliche Bedenken fühlt sich die Wahlkommission laut ihren Bescheiden nicht zuständig.
Es ist zu erwarten, dass die GRAS Berufung gegen die abgewiesenen Bescheide einlegen wird. Falls sich die nächste Instanz, das BMWF ebenfalls nicht zuständig fühlt, wäre die letzte Instanz der entweder der Verfassungsgerichtshof oder der Verwaltungsgerichtshof. (2. Update: Ich gestehe, noch nicht zu wissen, was die letzte Instanz wäre.) Erst dieser könnte die großen Probleme des E-Votings berücksichtigen und zukünftige Internetwahlen in Österreich verhindern – und damit das erklärte Ziel der Einsprüche der GRAS erreichen.
5 Kommentare |
e-voting, internetwahlen, uni | Mit Tag(s) versehen: ÖH-Wahl, ÖH-Wahlen, BMWF, e-voting, Einspruch, GRAS, internetwahlen, Uni Salzburg, Uni Wien, Verfassungsgerichtsof, Wahlkommission |
Permalink
Verfasst von LX_T
Oktober 5, 2009
Wie die Futurezone berichtet, fordert der deutsche Branchenverband BITKOM Internetwahlen, um „die Wahlbeteiligung zu erhöhen“. Die beauftragte Studie ergab, dass bei der vergangenen Bundestagswahl am 27. September in Deutschland die Wahlbeteiligung gesteigert werden hätte können, falls Online-Wahlen angeboten worden wären:
Danach gaben 21 Prozent der Nichtwähler an, dass sie gewählt hätten, wenn sie die Möglichkeit zur elektronischen Stimmabgabe per Internet gehabt hätten. [..] 25 Prozent der 18- bis 29-jährigen Nichtwähler hätten davon Gebrauch gemacht, aber nur elf Prozent der über 59-Jährigen.
[..] August-Wilhelm Scheer, Präsident des Branchenverbandes, forderte im Zuge der Veröffentlichung der Studie, dass die Politik in der kommenden Legislaturperiode die rechtlichen Voraussetzungen für elektronische Wahlen schaffen solle.
Derzeit sind Wahlen über das Internet in Deutschland nicht verfassungskonform und nach dem letzten vernichtenden Wahlcomputer-Urteil (wir berichteten) sieht es wohl nicht nach einer baldigen Änderung der Deutschen Verfassung aus.
1 Kommentar |
international, internetwahlen | Mit Tag(s) versehen: BITKOM, deutschland, internetwahlen, online-wahlen, studie |
Permalink
Verfasst von electrobabe
September 27, 2009
Passend zum heutigen Wahlsonntag etwas verspätet ein Bericht über den Fortschritt die Entwicklung des Online-Wahlsystems Voteremote von Richard Sietmann für heise.de:
Das Deutsche BMWi (Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie) hat im Rahmen der Innovationsförderung das Online-Wahlsystem Voteremote mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert. T-Systems hat hier gemeinsam mit der TU Darmstadt und der Universität Kassel ein Wahlsystem für nicht-parlamentarische Wahlen entwickelt, „das sich zum Schutz der geheimen Stimmabgabe und vor Manipulationen unter anderem auf eine zweifache Verschlüsselung der Voten, die Übertragung der Wählerstimme über verschlüsselte Verbindungen sowie die Ablage der Daten in einem Hochsicherheitsrechenzentrum stützt.“
Ein Pilotversuch für Parlamentswahlen sei prinzipiell angedacht, aber vorerst wird das Wahlsystem nicht eingesetzt, auch nicht für nicht-parlamentarische Vertreterwahlen.
Zu dem im Projekt angestrebten Einsatz von voteremote parallel zur Briefwahl in den Sozialwahlen 2011 wird es mangels rechtzeitiger Zertifizierung und Erprobung jedenfalls nicht kommen. [..] Den Versicherten die Option zur Online-Wahl zu eröffnen, sei jetzt für die nächsten im Jahre 2017 anstehenden Sozialwahlen das Ziel [..].
Kommentar schreiben » |
international, internetwahlen, news | Mit Tag(s) versehen: BMWi, deutschland, heise.de, internetwahlen, Online-Wahlsystem, Richard Sietmann, T-Systems, TU Darmstadt, Universität Kassel, voteremote |
Permalink
Verfasst von electrobabe
September 7, 2009
Die Berner Zeitung berichtete am 05.09.2009 von einem geplanten Schweizer Pilotprojekt für Internetwahlen. Demnach soll dieses Projekt in 8 Kantonen (Aargau, Freiburg, Graubünden, Solothurn, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich) umgesetzt werden. Derzeit wird damit gerechnet frühestens Ende 2010 erste Versuche in einzelnen Kantonen zu starten. Ein Grund dafür ist die unterschiedliche rechtliche Situation in den einzelnen Kantonen. Weiters heißt es in dem Bericht:
Die nun zusammen arbeitenden Kantone schliessen sich dem Zürcher Projekt an, weil die angebotene Informatikplattform gut zur Organisation der politischen Rechte in diesen Kantonen passt. Erste Erfahrungen sollen später im Hinblick auf einen allfälligen Ausbau für in der Schweiz wohnhafte Stimmberechtigte genutzt werden.
Um einen kleinen Eindruck vom grundlegenden Ablauf des E-Voting in der Schweiz zu bekommen, hat Unisys ein, leider auch technisch nur gewöhnungsbedürftiges Pro-E-Voting-Werbevideo gemacht.
Update:
Die Berner Zeitung berichtet, dass der Kanton Bern die Einführung von E-Voting für Auslandsschweizer ab 2012 plant.
[via Wahlrecht_de]
2 Kommentare |
e-voting, international, internetwahlen, news | Mit Tag(s) versehen: internetwahlen, Pilotprojekt, Schweiz, Unisys |
Permalink
Verfasst von marc
Juli 22, 2009
Ein Bericht der unabhängigen kanadischen Wahl-Regulierungsbehörde (Independent Electoral Watchdog) zeigt eine Bereitschaft Kanadas zu Online-Registrierung und zur Online-Wahl. In dem Bericht wird zudem ein E-Voting-Pilotversuch bei den Wahlen 2013 gefordert.
Die Motivation für den Einsatz von E-Voting ist eine gewünschte Erhöhung der Wahlbeteiligung (derzeit bei 58.8%). Kanada bietet zwar eine Art Auslandswahlkarten-System für Auslandskanadier an, aber dieses System soll zu kompliziert sein – E-Voting könnte hier einfacher und bediehntbarer sein, so das Versprechen.
Eine Zusammenfassung des Berichts ist bei The Star zu finden.
Die Kanadische Gegenbewegung Paper Vote Canada lässt allerdings nicht lange auf ein Statement warten und spricht sich erneut scharf gegen Internetwahlen aus.
1 Kommentar |
international, internetwahlen | Mit Tag(s) versehen: Canada, Independent Electoral Watchdog, internetwahlen, Kanada, online-voting, Paper Vote Canada |
Permalink
Verfasst von electrobabe
Juni 18, 2009
Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) der Uni Wien beantragt den Einsatz von E-Voting auf Verfassungswidrigkeiten vom Verfassungsgerichtshof prüfen zu lassen (via futurezone):
Die beiden Vorsitzenden, Fanny Rasul von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und Sophie Wollner vom Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), begründeten den Antrag am Donnerstag bei einer Pressekonferenz damit, dass elektronische Stimmabgabe per se das freie, geheime, persönliche Wahlrecht nicht garantiere, das Ergebnis vom Wähler nicht überprüft und Manipulation des Wahlergebnis nicht ausgeschlossen werden könne. [..]
Ziel des Antrags ist laut ÖH Wien-Anwalt Alfred Noll die Aufhebung der gesetzlichen Grundlage von E-Voting, also der entsprechenden Bestimmungen im Hochschülerschaftsgesetz bzw. in der Hochschülerschaftswahlordnung.
Erst vor kurzem hat der Präsident des Verfassungsgerichtshofs Gerhart Holzinger seine Kritik an E-Voting erneuert. Nun wird Konsequenz zu seinen Aussagen verlangt.
.
Nachtrag: Hier ein Video von der Pressekonferenz (via netwatcher24):
Auch auf netwatcher24.at und derstandard.at
1 Kommentar |
internetwahlen, recht, uni | Mit Tag(s) versehen: Alfred Noll, ÖH-Wahlen, Fanny Rasul, Gerhart Holzinger, GRAS, Hochschülerschaftsgesetz, Hochschülerschaftswahlordnung, internetwahlen, Sophie Wollner, Verfassungswidrig, vfgh, VSStÖ |
Permalink
Verfasst von electrobabe
Juni 18, 2009
Neben Genf, Neuenburg und Zürich wird ein weiterer Schweizer Kanton E-Voting einsetzen: Ein elektronisches Wahlsystem wird testweise bald für Auslands-Basler zugänglich sein, berichtet die Basler Zeitung:
Auslandschweizer mit Basler Wurzeln können am 29. November erstmals elektronisch abstimmen. Für diese Stimmabgabe stellt der Kanton Genf den Baslern sein e-Voting-System zur Verfügung. [..] Basel-Stadt ist der erste Kanton, der e-Voting mit dem System eines anderen Kantones zulässt.
Die Medienseite des Kantons Basel-Stadt erklärt ebenfalls:
Beherbergt sind die Auslandschweizer Stimmberechtigten des Kantons Basel-Stadt auf dem Vote électronique-System des Kantons Genf, das bereits während mehreren Urnengängen erfolgreich im Einsatz steht.
In der Schweiz wurden seit 2002 mehrere E-Voting-Pilotversuche im Rahmen des Projekts Vote Èlectronique mit verschiedenen E-Voting-Verfahren (auch Wählen über Internet oder per SMS) für Wahlen und Abstimmungen durchgeführt, wir berichteten. Damit ist die Schweiz neben Österreich und Estland eine der wenigen Nationen, die Internetwahlen befürworten.
1 Kommentar |
international, internetwahlen, news | Mit Tag(s) versehen: Auslandschweizer, Basel, Basler Zeitung, estland, Genf, internetwahlen, Neuenburg, Schweiz, SMS-wahlen, Vote Èlectronique, Zürich |
Permalink
Verfasst von electrobabe