ES&S kauft Diebold’s Premier Elections Solutions

September 4, 2009

Diebold, bei papierwahl.at auch schon des öfteren negativ aufgefallen, hat diese Woche Mittwoch sein für Wahlcomputer zuständiges Tochterunternehmen Premier Election Solutions an ES&S (Election Systems & Software) verkauft.
Für 5 Millionen Dollar erhält ES&S damit quasi das Monopol im US-Wahlcomputermarkt:

Even before the sale, ES&S was already the nation’s largest voting machine maker. Present in 43 states, ES&S systems were “utilized in counting approximately 50 percent of the votes in the last four major U.S. elections,” according to the company’s website. The company also created the statewide voter registration systems used in California, Maryland, Missouri, Nebraska and New Mexico.

With its acquisition of Premier, the second-largest voting machine maker, ES&S achieves a near monopoly on election gear in the country.
[Threat Level]

Die futurezone und heise fassen auch nochmal zusammen.


E-Voting-Software in South Dakota zählt zu viele Stimmen

Juni 6, 2009

In den USA hat sich mal wieder ein E-Voting-System verzählt, wie Threat Level berichtet. Aktuell kam es bei einer Wahl im US-Bundesstaat South Dakota zu Problemen mit einem optischen Scansystem von ES&S:

The machines are a hybrid touch-screen and optical scan system. Voters place a full-size paper ballot into the machine, which is displayed on a touch-screen machine. They make their choices on the touch-screen, and the machine prints their selections to the ballot and returns it. The ballot is scanned and tabulated in another machine.

In South Dakota hatte aber die Software offensichtlich Schwierigkeiten beim korrekten Zählen. Knapp 5000 Stimmen tauchten im Endergebnis zu viel auf.
Aufmerksam darauf wurde man übrigens nicht, weil die Wahlleiter Zweifel hatten, sondern weil sich jemand anderes über die hohe Stimmenzahl gewundert hatte.
Die Papierstimmzettel wurden darauf hin noch mal von Hand ausgezählt und die Ergebnisse korrigiert.

Links:
Scanner glitch blamed for election miscounts
ES&S AutoMARK


Wahlcomputer: Manipulationen und Programmierfehler

März 23, 2009

Letzte Woche gab es gleich zwei größere Meldungen aus den USA zu der Unzuverlässigkeit und Unsicherheit von Wahlcomputern.

Die erste Meldung kommt von techdirt. Im US-Bundesstaat Kentucky kam es demnach zu Manipulationen:

The details suggest that there were two parts to the vote changing. First, there was traditional vote buying — where they paid people to vote in a certain way. However, the second involved actually changing voters’ votes on ES&S e-voting machines.

It didn’t involve any hacking or direct security flaws — but the elections officials made use of the confusing user interface and process of the e-voting machines to trick voters into leaving before their votes had been cast.

Man hat also die verwirrende Nutzeroberfläche der Wahlcomputer ausgenutzt, um die Wähler in dem Glauben zu lassen, sie hätten ihre Stimme bereits abgegeben.
[via netzpolitik] Auch auf heise.de „Erster dokumentierter Fall von E-Voting-Betrug

.

Die zweite Meldung dreht sich um den Fall Premier Elections Soultions (Diebold), wo fehlerhafte Audit-Longs bemängelt werden. Dazu fand vergangene Woche eine Anhörung statt, wie das Wired-Blog Threat Level berichtet:

Premier Election Solutions (formerly Diebold Election Systems) admitted in a state hearing Tuesday that the audit logs produced by its tabulation software miss significant events, including the act of someone deleting votes on election day.

The company acknowledged that the problem exists with every version of its tabulation software.

Ein Video von der Anhörung gibt es auch, inklusive ein paar kurzer Highlights, die in schriftlicher Form festgehalten wurden.


Weitere Probleme mit Wahlcomputern in den USA

November 6, 2008

Lange Schlangen vor den Wahllokalen, ausfallende Wahlmaschinen und überforderte, schlecht eingeschulte Mitarbeiter der Wahlkommission waren die häufigsten Probleme, über die amerikanische Wähler und Wählerinnen klagten.

Wie bereits berichtet, war die falsche Ausrichtung der Touchscreens bei DRE (Direct Recording Electronic) Wahlmaschinen ebenfalls ein großes Problem:

Dan Wallach, Computerwissenschaftler an der Rice University, sieht [..] besonders viele Fehlerquellen: „Da kann so viel schief gehen, dass es schon erstaunlich ist.“ Um die Geräte einzustellen, müssten bis zu 20 Punkte auf dem Bildschirm angeklickt werden, um eine Deckungsgleichheit zu erzielen. Diese Feinfühligkeit sei eine enorm große Fehlerquelle [taz.de].

Kim Zetter von Wired-Magazine schreibt in diesem Zusammenhang ihn ihrem „Threat Level“ Blog, dass, während ES&S Touchscreen Wahlmaschinen in West Virginia die Stimmen der Wähler änderten (sog. „vote flipping“), in West Virginia die Ministerin einem ES&S Vicepräsidenten den „Medallion Award“ verliehen hat.

Über eine versuchte Wahlkreismanipulation durch Ausschluss einer bestimmten Wählergruppe wegen falscher Informationen über das Wahltags-Datum (der Wahltag sollte verschoben worden sein) wurde ebenfalls berichtet.

John Gideon von VotersUnite.org hat auf Brad Friedmans Blog eine Liste mit weiteren aktuellen Berichten über Wahlmaschinen in den USA gesammelt.

.

Im Vorfeld der Wahlen gab es bereits Probleme. Unglücklicherweise – für papierwahl.at – ist das Endergebnis der Präsidentschaftswahlen nicht besonders knapp ausgefallen, denn dann hätte es sicher einen lauteren Ruf nach Untersuchung der Geräte und Nachzählungen gegeben. Die Skepsis gegenüber den neuen Wahltechnologien bleibt bestehen (z.b. Angst vor der Wahlmaschine, Showdown für die Wahlmaschine), weitere Meldungen werden wahrscheinlich auch noch folgen, aber aie von manchen erwartete große Katastrophe ist ausgeblieben.

.

Eine für Techniker eher amüsante Klage hat sich vor kurzem degen den Wahlmaschinenhersteller Diebold ergeben: Wahlmaschinen sollen Urheberrecht verletzen, wegen dem Einsatz der opensource Ghostscript PDF Processing Software.

Diebold soll demnach keine kommerzielle Lizenz für Ghostscript besitzen, sich aber auch nicht an die Bedingungen der GPL halten. [golem.de]

Eine GPL Lizenz ist zwar frei, aber eben nicht gratis.

USA-ELECTION/

[Bild Quelle: spiegel.de]


Aktuelle Probleme mit Wahlmaschinen

Oktober 25, 2008

Wahlmaschinen in Deutschland

Landtagswahl in Hessen und Brandenburg: „Wahlgeräte schrecken Wähler ab“ taz.de

Ein umfassender Artikel über die Schwierigkeiten mit E-Voting-Systemen „Wahlcomputer erweckt Misstrauen“ zdf heute

Video mit Klaus Brunnstein (IT-Sicherheitsexperte) zum Thema Manipulationssicherheit:

[klick aufs Bild öffnet das Video, embedden geht leider nicht]

Wahlmaschinen in den USA

Premier Election Solutions (ehem. „Diebold“) Wahlcomputer: „Ungezählte Stimmen: Wahlmaschinenhersteller gibt Fehler zu“ heise.de

Ein Bericht der Princeton University Center for Information Technology Policy: „Study: Sequoia e-voting machines disturbingly easy to hack“ arstechnica.com

Programmierfehler in E-Voting-Systemen: „Computer error cited in Georgia’s voter registration checks“ atlanta journal-constitution

Stimmen wurden auf Wahlmaschinen anders gespeichert als abgegeben!

„Some early W.Va. voters angry over switched votes“ the charleston gazette

„ES&S Touch-Screen Votes Now Flipping in TX Too! Obama/DNC Attorneys Still AWOL!“ bradblog.com


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.