Das erklärte Wahlziel der elektronischen ÖH-Wahl von 1% Wahlbeteiligung wurde nicht erreicht, nur 2.161 Studierende oder 0,9 Prozent wählten online. An sieben von 21 Universitäten wurde keine einzige Stimme elektronisch abgegeben. Die Investitionen von mindestens 567.000€ stünden in keiner Relation zu dem Ergebnis, meinen Kritiker. Zudem habe E-Voting zu einer gesamt historisch niedrigen Wahlbeteiligung geführt, da „mit den ÖH-Wahlen als Versuchsobjekt für E-Voting habe die Regierung ihre Geringschätzung für die ÖH Ausdruck verliehe“ (heise.de).
Die Grünen mit GRAS wie auch die FPÖ mit dem RFS werden die Wahl u.a. wegen unvollständigen Wählerverzeichnissen anzufechten. Auf den Stimmzetteln fehlten die Kurzbezeichnungen der Fraktionen, wobei die Junge Europäische Studenteninitiative (JES) rechtliche Schritte angekündigt hat, da sie zudem auf dem elektronischen Wahlzettel nur als „Junge Studenteninitiative“ genannt wurde. Das Bezeichnungsproblem lässt sich auf das E-Voting-System zurückführen, da das grafische Interface so lange wie möglich geheimgehalten wurde und so diese Fehler nicht früh genug bemerkt wurden – anders bei früheren Wahlen, wo man ausgedruckte Papierstimmzettel vorab in der Hand halten konnte.
Weitere Schwierigkeiten wie Probleme mit der neuen Wahladministrationssoftware und Verzögerungen bei der Auszählung werden unter anderem auf heise.de näher beschrieben.
Fehlendes Bulletin Board
Zudem ist noch immer nicht das sogenannte „Bulletin Board“ online! Dieses System wurde vom BMWF als Zusatzfeature angepriesen, da dort die „Prüfcodes“ der abgegebene E-Voting-Stimmen aufgelistet werden. Dieser Code schien bei jedem Studi am Ende der elektronischen Stimmabgabe auf, wobei die Studierenden aufgefordert waren, diesen Code zusammen mit einem „Bestätigungscode“ zu notieren. So hätten sie überprüfen können, ob ihre Stimme auch angekommen ist. Wenn nicht, hätten sie mit beiden Codes um eine weitere Untersuchung bei der jeweiligen Wahlkommission ansuchen können. Aber ohne zusätzliche Überprüfungsmöglichkeit gibt es wohl kein zusätzliches Vertrauen.
Nachtrag: Nach diesem und Ulrich Wiesners Post und ein E-Mail an Robert Krimmer ist nun ein (allerdings funktionsloses) Formular online. Anscheinend wird darauf gehofft, dass viele Studierende vergessen, ihre Codes prüfen zu lassen.
Verfasst von electrobabe 





















