Neue Info-Webseite vom BMWF zu E-Voting

Januar 31, 2009

Auf www.bmwf.gv.at/submenue/evoting/ findet man offizielle Informationen des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung zu dem E-Voting-Echtwahlversuch übers Internet bei den kommenden ÖH-Wahlen [via Robert]. Die Zusammenfassung:

Termin: Die elektronische Wahl findet in der Woche vor der Papierwahl statt.

Voraussetzungen: Man braucht eine freigeschaltete Bürgerkarten-Funktion auf einer E-Card oder einer anderen Chipkarte, die Bürgerkarten-Software muss am Computer mit Internetanschluss installiert werden, ein Kartenlesegerät muss angeschlossen sein.

Stimmabgabe: Auf der offiziellen Wahlseite (oeh-wahl.gv.at) wählt man eine Universität aus, für die man wahlberechtigt ist, loggt sich mit der Bürgerkarte ein, wählt eine Studienrichtung aus, falls man mehrere inskribiert hat, und gibt die Stimme ab.

Auszählung: Die Stimmen gesammelt, durchmischt und nach Schluss der Wahllokale gemeinsam mit den Papierstimmen ausgezählt.

Detailliertere Informationen werden wohl noch folgen.


ÖH-Wahl 2009: Aktuelles seitens des Wissenschaftsministeriums zu E-Voting

Januar 28, 2009

Das Wissenschaftsministerium hat sich gestern Abend in einem Pressegespräch zu E-Voting geäußert. Darüber berichtet die Futurezone.
Die Standpunkte sind die gleichen geblieben. So gilt E-Voting weiterhin als sicher genug und man habe keine Bedenken, dieses System bei den kommenden ÖH-Wahlen im Mai 2009 einzusetzen:

Das für den diesjährigen Urnengang geplante E-Voting-System sei aber von der Qualität her mit dem damaligen [ein System von 2001, Anm:] “nicht zu vergleichen”, das sei “wie Rechenschieber und Höchstleistungsrechner”. “Das Grundprinzip einer geheimen Wahl “scheint für mich gewährleistet zu sein”, sagte Varga.

Bedenken der Kritiker können anscheinend nicht nachvollzogen werden. So stützt man sich auf eine, vom Ministerium, durchgeführte Umfrage, laut derer 82% der Befragten Studenten E-Voting begrüßen würden:

Varga sagte, er verstehe nicht, warum sich die ÖH-Spitzen gegen die elektronische Wahl sperren. An den Unis passiere immer mehr elektronisch, “die Studenten sind nichts anderes gewohnt”.

Ein weiterer Punkt sind die zu erwartenden Kosten, worauf das Ministerium allerdings keine Antwort wusste. Dazu hieß es lediglich, “im sechsstelligen Bereich” werden sich diese bewegen.

Desweiteren äußerte ein Sprecher des Wissenschaftsministerium folgende Aussage:

Man habe von Überlegungen einer Informations-Kampagne gegen E-Voting, ja sogar vom Engagement “ausländischer Hacker” gehört, wofür sogar Rücklagen der ÖH aufgelöst werden sollen, berichtete ein Sprecher des Ministeriums.

Dies dementiert die ÖH aber bereits in einer öffentlichen Presseaussendung:

Die Aussage, die ÖH würde ausländische Hacker engagieren wollen und dafür ihre Rücklagen auflösen, wird aufs schärfste zurückgewiesen. Sie entbehrt jeglicher Grundlage und entspricht nicht der Wahrheit. Die ÖH würde ein derartiges Vorgehen niemals in Erwägung ziehen und lehnt das illegale Hacken von Computern strikt ab.

Auch derStanderad berichtet und versucht anhand eines selbsterstellten Fragenkatalogs zu zeigen was sich mit E-Voting bei den ÖH-Wahlen dieses Jahr ändern wird.


Grazer Stadtblatt berichtet über E-Voting

Januar 24, 2009

Das Grazer Stadtblatt, eine Zeitung der KPÖ Graz, berichtet über den Angriff auf die Demokratie, der bei den kommenden ÖH-Wahlen wegen E-Voting stattfinden wird. Ein Artikel, der die Vorkommnisse der letzten Zeit gut zusammenfasst:

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grazer stadtblatt E-Voting

Hier das Original-PDF


Behind the freedom curtain

Januar 15, 2009

Heute gibt es einen kleinen Ausflug in die Geschichte: Behind the freedom curtain. Die Firma Automatic Voting Machine Corporation aus New York, die verschiedene mechanische Wahlmaschinen bereits seit 1898 baute, preist in diesem Film aus den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts ihr Produkt. Die Argumente der Verkaufsabteilung erinnern an heutige Werbebotschaften von Anbietern computerisierter Wahlsysteme:

1. Voting precincts may be consolidated,

2. Fewer officials are required, working shorter hours,

3. No paper ballots need be printed,

4. Expensive recounts are eliminated. [1]

Wer noch nicht genug gesehen hat, kann auch noch den zweiten Teil des Werbefilms ansehen.

[1] Zitiert aus einer Werbebroschüre der Automatic Voting Machine Corp. aus dem Jahr 1949.

ccc wahlcomputer-logo e-voting


E-Voting-Plakatserie der ÖHs

Januar 14, 2009

Um die Thematik E-Voting in der Öffentlichkeit präsenter zu machen, haben die HTU Wien, die HTU Graz und die ÖH Uni Graz eine Plakatserie herausgegeben, mit der auf den Universitäten papierwahl.at beworben wird.


Vergleich Spielautomat mit Wahlcomputer

Januar 12, 2009

Hier eine sehr treffende Gegenüberstellung der Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen von Spielautomaten (engl. “slot machines”) und Wahlcomputern (leider nur in Englisch):

e-voting vs las_vegas_slots

[zum Vergrößern klicken, via rip]

Die Auflagen für Glücksspielautomaten in Kasinos sind weit höher als die für Wahlcomputer, obwohl es genau anders herum sein sollte, da es bei Wahlen um weit geht, als “nur” Geld.

Ein kurzer Auszug aus dem Buch Sicherheit elektronischer Wahlen (S. 92):

Besonders Insider-Attacken sind ein großes Problem, das von amerikanischen Herstellern von Wahlmaschinen außer acht gelassen wird. So gibt es etwa ausführliche Hintergrund-Überprüfungen der Mitarbeiter in Kasinos, die das administrative Personal von E-Voting-Systemen nicht absolvieren muss. Test von Slot Machines (einarmige Banditen) werden in der realen Einsatzumgebung durchgeführt, bei E-Voting-Maschinen ist das meist nicht möglich. Eine staatliche Kontrolle wie bei Kasinos (etwa der Nevada Spielkommission) oder wie auch bei der Einführung von Medikamenten fehlt bei E-Voting-Systemen, da die Standards der Federal Election Commission nicht staatlich, etwa durch Gesetze zwangsverpflichtend, eingeführt werden.


ÖH-Wahlen: Alles neu in 2009

Januar 10, 2009

Die Presse berichtet in einem Artikel über die künftigen Neuerungen bei den diesjährigen ÖH-Wahlen. Zum einen geht es um ÖH-interne Sachen, die erwarteten Wahlkampfthemen der einzelnen Fraktionen und die Stimmverteilung. Zum anderen geht es um komplette Neuerungen. Erstmals dürfen nämlich auch die Fachhochschulen wählen und das Thema e-Voting wird natürlich auch aufgegfriffen. Dazu heisst es:

Erstmals gibt es in Österreich eine Wahl, bei der von zu Hause abgestimmt werden kann. Die ÖH-Wahl ist der Testlauf für E-Voting in der Alpenrepublik. Bleibt die Frage, wem das nützen wird. Traditionell sind die linken Fraktionen besser, wenn es um die Mobilisierung der eigenen Wählerschaft ging. Bürgerliche Studenten erwiesen sich eher als wahlfaul. Ob die bisher Wahlfaulen aber wirklich durch E-Voting zum Abgeben der Stimme veranlasst werden, scheint unsicher.

Die ÖVP-nahe Studentenfraktion Aktionsgemeinschaft ist jedenfalls die einzige ÖH-Gruppierung, die dem Projekt zumindest aufgeschlossen gegenübersteht. Allzu große Auswirkungen des E-Votings auf das Wahlergebnis erwarten aber auch die Gegner der neuen Wahlmethode nicht. „Wir glauben, dass diese nur wenig in Anspruch genommen wird“, sagt im Gespräch mit der „Presse“ Maria Maltschnig, Vorsitzende des VSStÖ (Verband sozialistischer Student-Innen). Denn für das E-Voting müsse man eine Bürgerkarte und ein passendes Kartenlesegerät zu Hause haben, diese Hürde sei zu hoch.


Präsident des Verfassungsgerichtshofs sieht E-Voting skeptisch

Januar 9, 2009

In der Printausgabe der Kleinen Zeitung vom 9. Jänner 2009 ist ein Interview mit Gerhart Holzinger, dem Präsidenten des Österreichischen Verfassungsgerichtshofs, abgedruckt. Nachlesen kann man dieses auch auf der Homepage. Auch die Futurezone hat dazu einen Beitrag veröffentlicht.

Kleine Zeitung: Was halten Sie von E-Voting, der Stimmabgabe per Computer, die bei der Hochschülerschaftswahl ausprobiert wird?

Holzinger: Ich bin sehr skeptisch, weil ich all den Beteuerungen, dass das Wahlverhalten sicher geheim bleibt, als technischer Laie schlicht und einfach nicht glauben kann. Auf der anderen Seite sieht man doch, dass die Experten alles nachvollziehen können, was jemals gespeichert worden ist. Abgesehen von den verfassungsrechtlichen Bedenken braucht die Demokratie Symbole, und die Wahlhandlung, wie wir sie seit 100 Jahren kennen, ist ein starkes. Der Verfassungsgesetzgeber hat die Möglichkeit zur Briefwahl erweitert – darüber hinaus zu gehen, ist nicht erstrebenswert.


25C3: eVoting after Nedap and Digital Pen

Januar 8, 2009

Wie bereits angekuendigt, der Vortrag zu e-Voting von Ulrich Wiesner beim 25C3:

eVoting after Nedap and Digital Pen
Why cryptography might not fix the issue of transparent elections

Cryptographic methods have been suggested as a solution of the transparency and auditability issues in electronic voting. This talk introduces some of the suggested approaches and explains why such methods replace one issue with another, rather than fixing it.

Slides zum Vortrag (.pdf/243KB)
Video vom Vortrag (.mp4/498MB)
Video vom Vortrag (.torrent)


Präsentation “E-Voting System Security Optimization”

Januar 7, 2009

Hier die Folien meiner Präsentation auf der Konferenz HICSS-42 im Rahmen des Minitracks E-Government Information Security “E-Voting System Security Optimization”:

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