Endlich eine Killerapplikation für die Bürgerkarte?

November 3, 2008

Aus dem elektronischen Zustelldienst zustellung.gv.at wird meinbrief.at, eine weitere E-Government-Anwendung, die man lediglich mit der Bürgerkarte bedienen kann, ganz ohne Login mit Benutzername und Passwort – selbst wenn man diese Variante bevorzugen würde. Dieser neue Dienst dient als Zustell-Plattform behördlicher Dokumente, wie etwa RSa-Briefe. Benutzerzahlen sind leider nicht ersichtlich, allerdings wären diese sehr interessant.

Die Bürgerkarte soll auch bei den kommenden ÖH-Wahlen im Frühling 2009 für ein Internetwahlverfahren eingesetzt werden. Ein ähnliches Konzept mit SmartCards wurde bereits bei Pilotversuchen der WU Wien erprobt. “Die ÖH-Wahlen gelten als wichtiger Testlauf für die Einführung des E-Votings auch bei Nationalratswahlen” [futurezone] oder etwa auch für Internetwahlen ausschließlich für die 400.000 Auslandsösterreicher. Wenn der Echtwahlversuch allerdings scheitert, wäre das auch ein harter Rückschlag für E-Voting-Befürworter.

Vielleicht wurde mit dem elektronischen Zustelldienst nun endlich die Killerapplikation geschaffen, die der mangelnden Verbreitung der Bürgerkarte ein Ende machen wird. Mit studi.gv.at wurde vor kurzem ein weiterer Schritt gesetzt, bei dem Kartenlesegeräte verschenkt werden, gegen den sich aber Teile der ÖH wehrten. Nun folgt meinbrief.at als weitere Maßnahme. Mal sehen, ob nun Bürgerkartenanwendungen wie Schwammerl aus dem Boden sprießen werden.

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Update: Hier ein Versuch einer Verwendung der Bürgerkarte, der anschaulich in Screenhots zeigt, wie umständlich und unverständlich die Bedienung der Bürgerkarten-Applikation sein kann. Diese Screenshot-Reihe zeigt auch, wie viel Optimierungsbedarf noch auf dem Gebiet der Usability bei derart unerprobten Applikationen besteht!


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